Ebook Free Kleiner Versager, by Gary Shteyngart
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Kleiner Versager, by Gary Shteyngart

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Pressestimmen
Shteyngarts bisher bestes Buch, komisch und melancholisch zugleich. (Der Spiegel)Ein hinreißender Lebensbericht. (Der Tagesspiegel)Irre witzig. Nur das mit den Drogen bitte nicht nachmachen. (Die Zeit)Eine bewegende Autobiographie. (FAZ)Dieses sehr persönliche und höchst vergnügliche Buch vom Scheitern und vom Neubeginnen gehört zu den großen Romanen dieses Jahres. (WAZ)Seinen Weg zu einem der renommiertesten amerikanischen Schriftsteller seiner Generation erzählt Shteyngart mit Witz, Humor und Selbstironie als Tragikomödie. Als würde er mit Sigmund Freud, Philip Roth und Woody Allen Karten spielen. (Frankfurter Rundschau)Eine hinreißend geschriebene Autobiographie. (Hamburger Abendblatt)
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Gary ShteyngartGary Shteyngart wurde 1972 als Sohn jüdischer Eltern in Leningrad (St. Petersburg) geboren und emigrierte im Alter von sieben Jahren in die USA. Er veröffentlichte die Romane «Handbuch für den russischen Debütanten», ausgezeichnet u.a. mit dem National Jewish Book Award for Fiction, «Absurdistan» «Super Sad True Love Story» – dieser dritte Roman wurde in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. 2015 erschien sein autobiographisches Buch «Kleiner Versager». Gary Shteyngart lebt in New York.Mayela GerhardtMayela Gerhardt, in Mexiko geboren, lebt als Übersetzerin von Laurent Binet, Joe Dunthorne, Margo Lanagan u.a. in Barcelona.
Produktinformation
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (16. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499268442
ISBN-13: 978-3499268441
Originaltitel: Little Failure. A Memoir
Größe und/oder Gewicht:
11,6 x 3,7 x 19 cm
Durchschnittliche Kundenbewertung:
4.5 von 5 Sternen
2 Kundenrezensionen
Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 81.518 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Gary hieß früher Igor, als die Familie noch in der Sowjetunion lebte, bis sie in den späten Siebzigern zu jenen jüdischen Umsiedlern gehörte, die im Austausch gegen amerikanische Technologie in die Vereinigten Staaten auswandern durften. Igor Schrägstrich Gary war damals sieben Jahre alt, asthmatisch und hatte bereits seine erste Geschichte aufgeschrieben: "Lenins wunderbare Wildgänse".Der 1972 geborene Schriftsteller und Journalist ist inzwischen in den Vierzigern; sein Name hatte mir bis dato nicht viel gesagt (den Titel seines erfolgreichsten Romans "Super Sad True Love Story" hatte ich allerdings schon gehört), und ich wusste auch nicht, dass ich eine Autobiografie gekauft hatte, als ich das das Buch zu lesen begann. Und vermutlich war diese Unterscheidung zwischen fiktionalem und biografischem Erzählen auch für Shteyngart nicht immer präzise auszumachen - nicht nur in diesem Buch. Es enthält viele Verweise auf reale Personen, die auf die eine oder andere Art in seinen (vier) Romanen auftauchen, während sie in dieser Biografie überwiegend mit anderen Namen versehen wurden, meistens (sinngemäß) ergänzt um Kommentare wie "natürlich hieß er/sie nicht wirklich so".Als ich bemerkt hatte, welche Art von Buch ich las, änderte sich die Wahrnehmung, natürlich auch die kritische. Welcher Teil der ausführlich wiedergegebenen Kindheitserlebnisse ist wirklich erinnert, stammt aus Erzählungen der Eltern - oder ist möglicherweise doch überwiegend erfunden? Mit dieser Frage spielt Shteyngart auch aktiv, und er verwendet solche Motive längst nicht nur, um beispielsweise den krassen Übergang zwischen den Kulturen zu veranschaulichen. Er ist gerade mal sieben Jahre alt, als er in den U.S. of A. ankommt, wo seine Eltern umgehend damit beginnen, so viele Ersparnisse anzuhäufen, dass der soziale Aufstieg über Kurz oder Lang geschafft werden kann. Das umständebedingt entbehrungsreiche Leben in der UdSSR ersetzen sie durch schlichten Geiz - während die Mitschüler bei McDonald's futtern, gibt's bei den Shteyngarts weiterhin Bortschsch und anderes Zeug aus oder mit Roter Bete. Als Gary in die Prep-School kommt, immerhin ausgestattet mit neuer Kluft aus Manhattans Boutiquen, trägt er ein Dokument mit sich herum, um beweisen zu können, dass das neue Haus der Eltern eine schlappe Viertelmillion Dollar gekostet hat.Dieser Gary ist, vorsichtig gesagt, kein sonderlich sympathischer Typ, woran sich über die Erzählung hinweg nicht viel ändert (an einer Stelle bezeichnet er sich selbst völlig ironiefrei als "Charakterschwein"). Was sich ändert, das ist der Hintergrund - aus dem russischen Migranten aus Leningrad wird ein amerikanischer Jugendlicher in New York, der dazugehören will und nach Möglichkeiten sucht, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine Lehrerin entdeckt Garys schriftstellerische Fähigkeiten und seine überbordende Phantasie, als er elf oder zwölf ist - Garys am Ende der Unterrichtsstunde vorgetragene Geschichten markieren die Katharsis. Ab ungefähr diesem Punkt, als also erklärt ist, wie der Autobiograf zum Schriftsteller wurde, verliert das Buch deutlich an Originalität, kämpft sich durch die weiteren Stationen von Shteyngarts Jugend und frühem Erwachsenenleben, die Collegezeit, seine späte erste Beziehung und die symbiotische Freundschaft zu einem New Yorker Drehbuchautor. Bei diesen Episoden wird deutlich erkennbar, dass der Autor sein reales Personal zu schonen versucht hat, um sich selbst als Figur umso härter ranzunehmen. Die einzigen, die bis fast zum Ende ihr Fett wirklich satt wegkriegen, das sind die extrem pragmatischen, emotionsarmen Eltern, die sich von ihren Wurzeln nie lösen können oder wollen. Vor allem die problematische Hassliebe-Beziehung zum Vater - von dem ungewollt der Buchtitel stammt - spielt eine zentrale Rolle.Gary Shteyngart kann zweifelsohne exzellent schreiben und erzählen, aber "Kleiner Versager" verliert leider immer mehr an Fahrt, je normaler und damit vorhersehbarer die Entwicklung wird, je intensiver Shteyngart den Fokus auf äußere Aspekte (etwa die Zustände am Oberlin College) legt, während die Meilensteine für die eigene Entwicklung deutlich unscheinbarer werden. Die dramaturgische Klammer - die Geschichte endet mit einem Russlandbesuch, an dem die Eltern teilnehmen - hat stark artifiziellen Charakter, während bei entscheidenden Fortschritten - den ersten Beziehungen, dem ersten Bucherfolg - wesentliche Elemente zu fehlen scheinen. Unabhängig hiervon liest sich diese schon ob der unsubtilen Selbstüberhöhung bemerkenswerte Autobiografie recht gut, oft spannend und meistens amüsant, aber ich hatte dennoch durchaus Mühe, interessiert zu bleiben. Die Frage, warum ein nur vergleichsweise bekannter amerikanischer Autor mit Anfang vierzig seine lediglich vereinzelt spektakuläre Biografie vorlegt, die er ohnehin schon in mehreren Romanen verarbeitet hat, beantwortet das Buch nicht. Es zeigt allerdings sehr anschaulich die Entwicklung eines Jugendlichen in den Achtzigern und Neunzigern am Beispiel einer halbwegs archetypischen und nur teilweise unkonventionellen Figur, wobei sich der Autor nicht die allergeringste Mühe gibt, die Leser für diese Figur - also sich - zu vereinnahmen.
So richtig glücklich waren Gary Shteyngarts Eltern mit dem schriftstellerischen Erfolg ihres Sohnes nie. Erstens war es nicht die Juristenlaufbahn, die sie sich für ihn erträumt hatten, und zweitens haben sie auch mehr Material für sein Werk geliefert als ihnen lieb war. Das gilt natürlich in besonderem Maße für "Little Failure / Kleiner Versager", seine Memoiren, die er dankenswert früh in seiner Karriere geschrieben hat, und deren Titel eigentlich schon alles sagt.Leicht hat er's nämlich nicht, der siebenjährige, von Asthma und Ängsten gepeinigte Immigrant aus dem maroden Reich des Bösen. Von seinen Eltern erfährt er eine ungesunde Mischung aus Liebe, Verachtung und Gleichgültigkeit (wenigstens ist seine Großmutter mitgekommen, die ihn bei Bedarf füttert und aufrichtet), und in der Schule rangiert er irgendwo am Ende der Nahrungskette. Dort kommt er dann gerade noch davon, dank eines komödiantischen Talents, das er mit der neuen Sprache entwickelt und das er - zum Glück! - durch eine komplett zugedröhnte Highschool- und Collegezeit rettet. Mit der Juristerei wird das so natürlich nichts (und mit den Mädchen nur sehr teilweise).Wer zum Fremdschämen neigt, macht beim Lesen dieses "Bildungsromans" eine Menge durch. (Und in der Haut der lesenden Eltern möchte ich auch nicht stecken, selbst wenn es, soviel sei verraten, an dieser Front noch versöhnlich endet, und zwar an dem Ort, wo alles begonnen hat.) So löst "Kleiner Versager" trotz aller lakonischen, in der Übersetzung*) sehr gut getroffenen Heiterkeit und Ironie einen eigenartigen Mix an Emotionen aus: Mitleid, Unverständnis und schließlich doch Bewunderung für jemanden, der es gegen alle, auch selbsterzeugte Widrigkeiten geschafft hat, sein Lebensziel zu erreichen, nämlich das Einzige zu tun, das er kann: Schreiben.Was übrigens nicht ganz stimmt - es gibt noch eine Begabung, von der man nach Lesen des Buchs nichts ahnt: Es lohnt sich, Gary Shteyngart auf Youtube zu suchen, wo man ihn unter anderem bei einer Lesung aus "Little Failure" erlebt. Der Mann hätte es auch als Stand-up Comedian geschafft, glaube ich.___________________________*) Ich habe das Original gelesen und behaupte dies einfach mal auf Basis der 27-seitigen deutschen Leseprobe.
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